Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf e.V.
Geschichte, Tradition & Brauchtum
unserer Heimat
Über uns
Ein kleiner Einblick in unsere Arbeit
Unser Verein bewahrt und vermittelt die Geschichte, Traditionen und das Brauchtum unseres Ortes. Dieses Wissen lebt von Menschen, die es zusammentragen, in Chroniken dokumentieren und an zukünftige Generationen weitergeben. Deshalb gestalten und vertreiben wir jährlich unseren Mohlsdorfer Heimatkalender mit Wissenswertem rund um unsere Landgemeinde früher und heute.
Wir bewahren sowohl das Erbe unseres Heimatdichters Gotthold Roth als auch die Mohlsdorfer Heimatsagen sowie die künstlerischen Arbeiten von Hermann Pampel, Heinz Klug und Wolfgang Randig. All das und noch vieles mehr können Sie nach vorheriger Terminabsprache in unserem Vereinsarchiv einsehen.
Wir sind ein kleiner Verein, bestehend aus 13 regionalgeschichtlich interessierten Personen unserer Landgemeinde und werden bei der Vorbereitung und Durchführung unserer Veranstaltungen aktiv unterstützt von unseren ehrenamtlichen Kreativfrauen aus der Region, die fleißig basteln, stricken, häkeln…
Besonders am Herzen liegt uns eine enge Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen unserer Gemeinde wie Kita „Regenbogen“, Grundschule Mohlsdorf, Freie Regelschule Reudnitz, Jugendfeuerwehr Mohlsdorf und Wohnstätte der Lebenshilfe e.V. für Menschen mit Behinderung. Ebenso organisieren und unterstützen wir Veranstaltungen für unsere Senioren.
Neugierig geworden? Dann unterstützen Sie uns bitte als Mitglied oder ehrenamtliche Kreativfrau!
Christine Dietel
Vorsitzende
Mitglied werden
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Mohlsdorfer Heimatkalender
Jetzt im Handel erhältlich!

Kreativtreff
Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat ab 15.00 Uhr
Osterpfad Vogtland
Seit 2017 sind wir dabei!
Aktuelles
„Schiebt an!“
Die Mohlsdorfer Pyramide erstrahlt in neuem Glanz! Sicher ist es einigen Mohlsdorfern schon aufgefallen! Unsere Pyramide in der Dorfmitte erstrahlt...
Gemütlicher Lichtlnachmittag für Jung und Alt
Wann: Mittwoch, 02.12.2026, ab 14.30 Uhr Wo: Billardcafe‘ Monte Carlo Mohlsdorf Was: 15.00 Auftritt der Kinder der Kita Regenbogen Mohlsdorf...
Mohlsdorfer Kalender 2027
Der neue Mohlsdorfer Kalender ist erschienen! Erhältlich: Blumengeschäft Scholz Mohlsdorf, Bücherwurm Greiz, Touristinformation Greiz, Bäckerei...
Osterpfad Vogtland – wir sind dabei
Seit 2017 bauen wir den Osterpfadstandort Mohlsdorf systematisch und mit viel Liebe und Engagement auf und aus – zuerst als Freunde des Osterpfades und seit 2023 als einer der elf Hauptstandorte.
Begonnen hat alles mit dem Osterbrunnen am Feuerwehrhaus Mohlsdorf, eigens für den Osterpfad von Gerd Richter gebaut. Holzhasen verschiedenster Art und Größe kamen hinzu. Seit einigen Jahren wird auch die Pyramide österlich umgerüstet. Mittlerweile gehört der Osterpfad Vogtland zum Immateriellen Kulturerbe Thüringen und ist weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannt. Zur Tradition geworden ist in Mohlsdorf unser Osterbrunnenfest am Palmsonntag mit verschiedenen Aktivitäten und Überraschungen. Seit 2024 wird unsere Ausstellung mittels Audioguide erklärt, so dass die Besucher mit Hilfe der angezeigten QR-Codes alles genau verfolgen können. Während der Osterpfadwochen lädt das Ostercafe‘ im Monte Carlo Mohlsdorf zum Verweilen ein und unser Markenzeichen „Holzhase“ kann auch für Garten, Terrasse oder Balkon käuflich erworben werden.
Neugierig geworden?
Dann kommen Sie zum Osterbrunnenfest am Palmsonntag 2027!
Die offizielle Eröffnung des Osterpfades Vogtland 2027 findet für alle elf Standorte am 19.3.2027 in Mohlsdorf statt.
Machen wir also bis dahin gemeinsam unseren Standort noch schöner, vielseitiger und erlebnisreicher!
Unsere Heimat
Landgemeinde Mohlsdorf-
Teichwolframsdorf
Karte der Landgemeinde downloaden
Mohlsdorf
Mohlsdorf entstand in seiner heutigen Form am 1. Oktober 1922 durch den Zusammenschluss von Mohlsdorf und Herrmannsgrün. Der Name Mohlsdorf wurde gewählt, da insbesondere die Bahnstation Mohlsdorf der Greiz-Brunner-Eisenbahn Bekanntheitsgrad besaß. Auch die Lage an der Verbindungsstraße Greiz-Werdau war mit ausschlaggebend.
Angenommen wird, dass Mohlsdorf und Herrmannsgrün um 1150 gegründet wurden. Die Ersterwähnung findet sich in einer Urkunde von 1355. Am 4. März wird ein Heincze von Herrmannsgrune als Zeuge genannt. Eine weitere urkundliche Erwähnung gibt es aus dem Jahre 1367, wo in einem Kaufvertrag ein Kunz von Hermsgrün, welcher dem Rittergeschlecht von Herrmannsgrün entstammte, genannt wird. Beide Orte werden erstmals am 23. Mai 1449 in der Teilungsurkunde der Reußen erwähnt.
Mit rund 2400 Einwohnern (Stand 15. Oktober 2023) fügt sich der Ort harmonisch in die Hügellandschaft, geprägt von Feldern und Wiesen, umgeben von teilweise ausgedehnten Wäldern, ein. Die höchste Erhebung, der Katzenberg, hat eine Höhe von 476 Metern über NN. Den wissbegierigen Naturfreunden wird eine vielfältige Flora und Fauna bis hin zu dem Biotop der alten Muschelkalkgrube bei Waldhaus geboten.
Weithin sichtbar und besichtigungswürdig ist die Herrmannsgrüner Kirche, welche unter Fürst Heinrich XXII. Reuß ältere Linie von 1887 bis 1889 erbaut wurde. Architekt war der sächsische Baurat Oscar Mothes. Sehenswert sind der Altar und die Plastiken vom Münchner Bildhauer Ritzler.
Im Gasthof „Zum Kühlen Morgen“ wurde 1867 der Kunstmaler Hermann Pampel geboren. Sein Geburtshaus steht unter Denkmalschutz, ebenso die „Alte Schule“ am Eingang zum Friedhof. Sie ist ein vogtländisches Umgebindehaus, in welchem der Heimatdichter Gotthold Roth (1866-1955) geboren wurde.
In Mohlsdorf gab es vielseitige Industrie, besonders Textilindustrie, wovon heute nichts mehr vorhanden ist. Dafür entstand ein ausgedehntes Gewerbegebiet auf Herrmannsgrüner Flur.
Reudnitz
Reudnitz ist vermutlich schon während der westslawischen Landnahme vor mehr als 1000 Jahren als sorbische Siedlung entstanden mit typischer Bebauung um den ehemaligen Dorfteich, wie heute noch zu erkennen ist. Die deutsche Ostkolonisation führte im 12. und 13. Jh. zur Ansiedelung fränkischer und thüringischer Bauern, die mit den Sorben verschmolzen. Die Herren von Rudenitz sind 1333 erstmalig genannt. Aber die Ersterwähnung von Reudnitz als Ort findet sich erst in der Teilungsurkunde der Reußen vom 23. Mai 1449.
Bedeutungsvoll für die Ortsgeschichte waren die beiden Rittergüter Ober- und Unterreudnitz. Einige restaurierte Gebäude des ehemaligen Adelssitzes der Familie von Geldern und erhaltene mächtige Bäume des einstigen Gutsparks sind auch heute noch als sichtbare historische Zeichen erkennbar.
Es gibt jetzt etwa 740 Einwohner (Stand Mai 2022) in Reudnitz, dessen gute Wohnlage sich in der regen Wohnungsbautätigkeit der letzten Jahre widerspiegelt. Die Waldsiedlung und das Wohngebiet „Am Hummelsberge“ sind Teil dieser Entwicklung.
Nach der Schulneuordnung entstand die Freie Regelschule Reudnitz mit ökologischer Ausrichtung. Unterrichtet werden die Schüler ab der 5. Klasse. Durch besondere Ausbildungsinhalte wie Tierhaltung in der Schule, Naturprojekte, Anlegen eines Naturlehrpfades soll das Umweltbewusstsein der jungen Menschen gestärkt werden.
Ein kirchliches Ferien- und Freizeitheim für behinderte und nicht behinderte Menschen dokumentiert den Erholungswert des Ortes mit seiner schönen Umgebung. Rad- und Wanderwege erschließen das Umland mit dem Naherholungsgebiet Greiz-Werdauer Wald.
Gottesgrün
Gottesgrün ist mit ca. 260 Einwohnern eine typische Streusiedlung. Gehöfte, Wohnhäuser, Wiesen und Teiche fügen sich wie auf eine Schnur gereiht in die schöne Talaue zu einem idyllischen dörflichen Bild. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt vom 23. Mai 1449 in der Teilungsurkunde der Reußen.
Die frühbarocke Kirche mit einer Holzbalkendecke und der Bärmig-Orgel, inmitten des Dorfes auf dem Hügel mit dem alten Schulhaus, bietet dem Betrachter ein malerisches Bild. Der ländliche Charakter wird durch die wiedereingerichteten Bauerngehöfte und die Pflege bäuerlicher Traditionen bestimmt. Das neuerbaute Gemeinschaftshaus ist das kulturelle Zentrum des Ortes.
Kahmer
Kahmer ist mit ca. 250 Einwohnern der südlichste und am höchsten gelegene Ort der Gemeinde. Der Katzenberg mit seinen 474 Metern über NN ist die höchste Erhebung des gesamten Gemeindegebietes. Ein weiter Überblick über die Gemeinde und weit darüber hinaus ist von hier sehr gut möglich.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt vom 23. Mai 1449 in der Teilungsurkunde der Reußen. Der Gasthof „Zum schwarzen Bär“, eine typisch dörfliche Pension mit Gaststätte und Fleischerei, lädt zum Einkehren und Übernachten ein. Von der „Waldhöhe“, einer ehemaligen Gaststätte bis hin zu den Fürstenbuchen und der ehemaligen Spornburg, die leider nur noch aus den Geschichtsunterlagen bekannt ist, kann man nach Herzenslust wandern.
Waldhaus
Waldhaus gehört zum Ort Mohlsdorf und war einst Kammergut der Reußen. Heinrich XXII. Reuß älterer Linie Greiz (1846-1902) ließ sich in Waldhaus ein Jagdschloss (1871) und eine Familiengruft erbauen. In der Einsamkeit des Waldes wollte er seine letzte Ruhestätte finden. Die Grabstätte wurde vom Architekten Eduard Oberländer von 1878 bis 1883 errichtet. Das Mausoleum wurde in den Jahren 1994 bis 1997 restauriert und kann heute besichtigt werden.
Das Umgebindehaus, wahrscheinlich das älteste Haus von Waldhaus, beherbergt eine Töpferei und wurde durch seinen Besitzer zu einem Schmuckstück restauriert. Natur- und Wanderfreunde erwartet in Waldhaus ein ausgedehntes und zusammenhängendes Waldgebiet, den Greiz-Werdauer Wald mit einem weitreichenden Wegenetz zum Wandern und Radfahren, teilweise auch für Reiten, Kutschfahrten und andere sportliche Veranstaltungen. Das Tiergehege Greiz bereichert das Naherholungsgebiet.
Für wissbegierige Naturfreunde ist das Biotop an der Muschelkalkgrube interessant. Die Kalkhütte bei Waldhaus, heute Flächennaturdenkmal, wurde bereits 1580 urkundlich erwähnt.
Teichwolframsdorf
Teichwolframsdorf hat 2161 Einwohner (Stand 31.12.24) und ist ein 2,7 km langes Straßendorf in der Hügellandschaft des thüringischen Vogtlandes unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen.
Größtenteils von Waldgebieten umschlossen und nach Norden hin in offener Agrarlandschaft liegt Teichwolframsdorf im idyllischen Tal des Krebsbaches, der östlich des Ortes im Werdauer Wald entspringt und im weiteren das Dorf entlang der Hauptstraße unter etlichen Brücken durchfließt und schließlich nach etwa 7 km Bachlauf bei Neumühle in die Weiße Elster mündet. Quer über die Ortsmitte verläuft die Verbindungsstraße, die im Süden gelegene Ortschaften mit jenen am nördlichen Rand der neugebildeten Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf verbindet und im mittleren Abschnitt wegen der romantischen Durchfahrung zwischen Greizer und Werdauer Wald im Volksmund auch „Waldautobahn“ genannt wird. Sie ist mehr als 500 Jahre alt und gehörte einst zu den alten Salzstraßen, die unser Land in Nord-Süd-Richtung durchzogen. Nahe dem Kreuzungsbereich in Ortsmitte gab es vor langer Zeit eine alte Burg – ein „festes Haus derer von Wolfframsdorff“. Diese Adelsfamilie war auch Namensgeber des vermutlich Ende des 12. Jh. gegründeten Ortes, der nach altdeutscher Siedlungsform als Waldhufendorf entstanden ist. Als Bezugsdatum für das Ortsjubiläum dient die urkundliche Ersterwähnung des Lupoldus de Wolfframsdorff im Jahre 1278. So hat der Ort auch mehrere Jahrhunderte nur Wolframsdorf geheißen, während der heutige Ortsname Teichwolframsdorf erst seit etwa 1450 gebraucht wird, und wegen der Wortlänge von den Einheimischen und Nachbarn in Kurzform Teichdorf genannt wird.
Das Dorfbild war früher von etlichen Drei- und Vierseithöfen sowie altehrwürdigen Fachwerkhäusern geprägt. Soweit sie an der erst um 1865 durchgehend gebauten Dorfstraße lagen, nannte man sie Hofraithen. In alter Zeit besaß Teichdorf zwei Rittergüter und zwei Wassermühlen. Außer zahlreichen Bauernhöfen existierten von jeher auch viele kleine Handwerks-und Gewerbebetriebe, vor allem auch Handwebereien. Um 1800 wurde mit der Inbetriebnahme einer ersten Wollspinnmaschine das Fundament für die spätere Kammgarnspinnerei Teichwolframsdorf gelegt, die über zwei Jahrhunderte als erfolgreicher Textilbetrieb einst mehreren hundert Beschäftigten bis 2012 Arbeit und Brot gab. Heute bilden etliche kleinere Gewerbeunternehmen und die Landwirtschaft in Form der Agrar-GmbH das hauptsächliche wirtschaftliche Potential des Ortes. Erwähnenswert ist auch als das einzige denkmalgeschützte Bauwerk von Teichdorf, die von 1770 bis 1776 errichtete barocke Kirche, die bereits den dritten Kirchbau der Ortsgeschichte darstellt. Neben der altehrwürdigen Bebauung sind im Laufe der Zeit viele moderne Wohn- und Geschäftsbauten hinzugekommen. Als Schmuckstücke in unserem ländlichen Raum gelten die 1994 eingeweihte Sporthalle mit angrenzender Freisportanlage, das seit den 50er Jahren bestehende Sommerbad, das 1999 grundhaft modernisiert wurde, die 2007 wieder in Betrieb genommene, modern renovierte Schule und nicht zuletzt der neuerrichtete Kindergarten, in dem nicht nur Kinder des Dorfes, sondern aus vielen umliegenden Ortschaften und aus der Stadt liebevoll umsorgt werden.
Waltersdorf
Waltersdorf mit rund 350 Einwohnern (Stand Mai 2022) gehört zu den seit dem 13. Jh. besiedelten Gegenden am Mittellauf der Weißen Elster. Der kleine Fluss hat sich hier tief in das Ostthüringische Schiefergebirge gegraben und ein landschaftlich wunderschönes Tal entstehen lassen.
Von Waltersdorf breitete sich seit Mitte des vorigen Jahrhunderts die Methodistische Kirche aus. Hier befindet sich nach wie vor das Zentrum dieses Glaubens in unserer Gegend. Das Dorf ist in der Umgebung für seine regen sportlichen und kulturellen Aktivitäten bekannt. Zu den alljährlichen Höhepunkten zählen das Dorffest im Sommer, das Missionsfest der Methodistischen Kirche am Pfingstmontag und der im romantischen Kellergewölbe des einstigen Rittergutes der Familie von Posern ausgerichtete Weihnachtsmarkt. Bekannt als „Heuhasendorf“ zählt Waltersdorf jährlich Tausende Besucher in der Osterzeit.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehören das 1903 errichtete Wasserkraftwerk im Ortsteil Rüßdorf, welches zum ehemaligen Hartpappenwerk der Lehnamühle gehörte, eine von der Weißen Elster angetriebene Getreidemühle aus dem 16. Jh. und die Reste einer mittelalterlichen Wehranlage in den „Rüßdorfer Alpen“. Rundwanderwege unterschiedlicher Länge laden zu Spaziergängen in der wunderschönen Gegend ein.
Kleinreinsdorf
Großkundorf
Großkundorf liegt mit seiner Gründung und der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1267 etwa im gleichen Zeitraum wie Teichwolframsdorf. Die Schreibweise im hohen Mittelalter variierte zwischen „Cunegistorf“, „Kyngistorf“ und „Kundorf“. Bereits 1489 wird erstmals über „Grossenkundorf“ geschrieben. Großkundorf ist mit seinen 171 Einwohnern ein sehr schönes, stark ausgeprägtes Straßendorf. Etwa ein Drittel der Hofanlagen einschließlich Grundstück stehen unter Denkmalschutz. Ortsprägend sind die markante Topographie (nach Norden abfallende Ortsstraße) und die zahlreichen großen Vierseithöfe in Fachwerkbauweise mit schönen Toren. Außerdem gibt es im Ort zwei Gaststätten, die sich um das Wohl Ihrer Gäste sorgen.
Sorge-Settendorf
Sorge-Settendorf hat rund 130 Einwohner. Entstanden ist der Ort wahrscheinlich aus der Zerschlagung eines Vorwerks des Wasserschlosses Culmitzsch unter Herrschaft derer von Wolfersdorf. Ursprünglich waren Sorge und Settendorf zwei voneinander unabhängige Dörfer. Lange Zeit vor dem Kirchenbau in Sorge gab es in Settendorf eine Kirche, von der heute kaum noch der Standort bekannt ist. Das gilt auch für die sagenumwobene Fichtelburg – einem einstigen Raubrittersitz auf dem Lerchenberg.
Das Wahrzeichen von Sorge-Settendorf ist die weithin sichtbare Kirche mit ihrem ungewöhnlich weiten Rundblick. An günstigen Tagen kann man bis zum Leipziger Völkerschlachtdenkmal blicken. 1739 erbaut, war die Kirche früher zentraler Mittelpunkt des Ortes Sorge. Selbst Napoleon soll schon an der Kirche Rast gemacht haben.
Als nach dem Ende des 2. Weltkrieges die Bergbaugeologen auf Geheiß der damaligen sowjetischen Militäradministration im Erzgebirge und seinem nördlichen Vorland fieberhaft nach Uranerz suchten, wurde man auch im Dörfchen Sorge fündig. So begann 1950 in Sorge als allererstem Standort der „Wismut“ im ostthüringischen Gebiet der großflächige Erztagebau. Dieser zog sich Jahre später mehr nach Norden hin (Culmitzsch-Mücke, Gauern, dann später um Ronneburg mit beginnender Untertageförderung). Nicht nur Sorge hatte es hart getroffen, wo die meisten Häuser und Bauernhöfe abgerissen und die Menschen zwangsumgesiedelt wurden. Die Nachbarorte Katzendorf und später dann auch Culmitzsch sind für immer von der Landkarte verschwunden. Glücklicherweise wurde die Sorger Kirche von diesem Schicksal verschont und blieb bis heute in relativ gutem Zustand erhalten. Ihr Innenraum ist deshalb besonders geeignet für eine zeitweilig dort dargebotene interessante Ausstellung von Schrift- und Bilddokumenten zur Ortsgeschichte in den Anfangsjahren der Wismutzeit. Inzwischen hat die Natur über ein halbes Jahrhundert die Narben verwachsen lassen. In heutiger Zeit lockt die verbliebene weiträumige Landschaft zu Ausflügen rund um den Reiterhof Pagel oder zur „Holzfällerklause“.
Herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf e.V. unter Mitwirkung des Heimatforschers Carsten Dietzsch, Teichwolframsdorf


